Subhi und der Weg nach Petra

17.03.2011 – Subhi und der Weg nach Petra

Vorerst letzter Drehtag in den Royal Stables – wir bekommen nicht nur Subhi und seine Familie abgelichtet, sondern machen noch einige schöne Bilder der Ställe und Pferde.
Die Aufnahmen eines dunkelbraunen Araber Hengstes und von ca. 15 Jährlingen gefallen mir besonders.
“Monarchus”, ein Prachtkerl von Araber, schmeißt sich den ganzen Tag auf seinem großen Paddock immer dann in Positur, wenn er eine Stute auch nur wittert.
Und in einem Stall mit rund 250 Pferden dürften das einige sein.
So benimmt sich der braune Hengst auch – “ruft” nach seinen Mädchen, bockt, keilt aus und steigt – was das Zeug hält.
Coole Show für unsere Kamera!

Nicht weniger aktiv sind ca. 15 Jährlinge auf dem “Exercise”-Platz – eine Art großem Reitplatz mit weißen Mauern.
Ungestüm rennen sie um uns herum und liefern klasse Bilder.

Gegen Mittag begleiten wir Subhi zu sich nach Hause. An der Wand hängen Trophäen von gewonnenen Rennen und allerhand Tisch-Gedecke.
Eines davon wird sofort gefüllt – die Kids servieren in berühmter morgenländlicher Gastfreundschaft O-Saft, Kaffee, Tee, Kuchen und Obst.
Nach kurzen Interviews mit Subhi und einigen Fahrszenen machen wir uns auf, Richtung Petra.

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250 Kilometer, beinahe schnurgerade Richtung Süden führt uns unser Weg mitten durch trockene Sand- und Steinwüste.

Aber der Weg lohnt sich – allein fürs Hotel.
Ein großes Zimmer, Flachbildschirm, Highspeed Internet (gaaaanz wichtig! :-P ), Pool, Fitnessraum, drei Restaurants, Lobby und Bar (hier gibt’s Corona!!!! :-D ) – das alles schick und sauber und mit hervorragendem Service!

Das Auto wird für uns geparkt, das Gepäck ins Zimmer verfrachtet und in der Bar wird regelmäßig in kurzen Abständen Nachschub an Getränken und Nüssen gebracht. Klasse.
Nochmal angemerkt: hier gibt’s Corona!! … und für mich gabs das letzte Bier an Weihnachten… :-P

Gegen sechs treffen wir “Fred”, laut Major Feisal kann er uns in den nächsten Tagen helfen, in Petra gute Landschafts- und Pferdeaufnahmen zu machen und an die Menschen heranzukommen.
Fred ist Amerikaner und kümmert sich in Petra um die Pferde, Esel und anderen Tiere, die täglich für den Tourismus arbeiten und nicht immer so behandelt werden, wie sie es verdient hätten.

Mit seiner Hilfe hat sich hier schon einiges geändert.

Nun möge man sich den Mann, der übrigens deutsche Vorfahren hat, als jemanden mittleren Alters (ca. 40??) vorstellen, mit angepasster Kleidung und vollem Terminkalender…
Nun…der Terminkalender mag stimmen…der Rest nicht.

Wir kennen Fred nicht, sitzen in der Bar und warten gespannt darauf, was uns erwartet. Mit dem, was dann plötzlich in die Bar geschlendert kommt, haben wir aber ganz und gar nicht gerechnet!
Wir erkennen Fred sofort!

Mit Staub bedeckte Lederstiefel, Bluejeans, eine breite silberne Gürtelschnalle, Hemd, weißer Vollbart und ein schwarzer Steatson stehen im Eingang zu unserer Bar, wo ich mich gerade (die Internetleitung kontrollierend ;-) )über die Nüsse und Getränkekarte hermache.
Fred ist Rancher aus Arkansas, kommt immer wieder für ca. sechs Wochen nach Jordanien um sich um die in Petra eingesetzten Tiere zu kümmern und nach dem Rechten zu sehen.

Er ist Mitglied der “Community”, man sieht ihn als “einen von ihnen” – doch gerade optisch könnte er sich nicht mehr von den Einheimischen unterscheiden.

Mit seiner offenen Art, seinem DEFINITIV AMERIKANISCHEM Akzent und seinem Charakter ist er mir sofort sympathisch. Ihm scheint es ähnlich zu gehen.
Schon beim ersten Gespräch kommt uns allen die Idee für eine weitere Zusammenarbeit – das kann doch eigentlich nur gut gehen.
Wir alle freuen uns auf morgen – um 10.00 Uhr geht es für uns rein nach Petra.

Das Abendessen beeindruckt dann auch nochmal: Ein großes Buffet lädt vor dem eigentlichen Essen erst einmal zu einem “Rundgang” ein. Bei so viel leckerem Angebot fällt es schwer sich zu entscheiden.
Nach einem Salat als Vorspeise entscheide ich mich dann für Nudeln Carbonara und Roast Beef, zum Nachtisch plündern wir dann noch die Dessert-Teller, auf denen zahlreiche verschiedene Desserts mundgerecht bereitgestellt sind.

Internet klappt hervorragend – besser könnte der Abend nicht enden. :-)

Wie die Flugzeuge

16.03.2011 – Wie die Flugzeuge

Morgens 6.00 Uhr in Jordanien – kurzes Frühstück (Nein, knei Knoppas!…ist ja schließlich keine 10 Uhr!) und ab zu den Royal Stables.
Heute ist aber vom Stau keine Spur, also sind wir 20min. zu früh… egal…gibt trotzdem was zu sehen.

Die für das Training ausgesuchten Pferde werden in einen Transporter verladen und nach Ankunft der spanischen Trainerin Maite kanns auch schon losgehen.

Das Gelände ist ca. eine Autostunde entfernt – genau neben dem Flughafen und ist nicht ganz so schön (für die Kamera) wie zuerst angenommen.

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Egal, wir kriegen trotzdem einige schöne Bilder und fahren gegen Mittag wieder zurück zum Stall, wo uns einer der Reiter, “Jehad” zu den Ställen von Prinz Ali mitnimmt. Diese sind im Palastbezirk von Amman und einige km entfernt.

Bis wir aber “drin” sind, dauert es eine Weile. Es reiht sich Security Check and Security Check, an dem wir (gottseidank) relativ schnell vorbeifahren können.
Jehad ist nämlich der Leiter dieser Stelle und dementsprechend freies Geleit.

Kurz noch ein kurzes Schnüffeln vom Bomben-Spürhund, dann sind wir drin – im Palastgelände.

Hier hat der König persönlich sein Büro und einige der Prinzen ihr zuhause.
Ein riesiges Gelände, mit einem eigenen Straßensystem, quasi eine eigene kleine Stadt in der Stadt.

Die Wege sind mit Holzschildern benannt und weisen einem den Weg. Ganz schön beeindruckend.
(Sowas will ich auch!) :-P

Um 4:00 Uhr sind wir mit “Amer” von 962Street verabredet – in einem Studio nimmt er einen seiner neuen Tracks auf, diesen wird er Samstag Nachmittag zusammen mit einigen anderen der Crew performen.
Zwar bin ich generell kein Freund von Hip Hop, aber was ich von Amer höre, gefällt mit doch.
Bin gespannt auf Samstag.

Zurück im Hotel wird erstmal die Technik vom Sand befreit… dies entpuppt sich doch als längere (und vorallem lästige!!) Arbeit.

Wieder geht in Tag im Morgenland zuende…

Zu Besuch in den königlichen Ställen

15.03.2011 – Zu Besuch in den königlichen Ställen

Nach einem üppigen Frühstück geht es heute durch den morgendlichen Stau zu den Royal Stables – den königlichen Ställen von Jordanien.

Gegründet durch Emir Abdallah, dem Grossvater König Husseins. Als Nachkomme von Prophet Mohammed selbst züchtete er reinrassige Vollblutaraber, die auf die 5 Stuten Mohammeds zurück gingen.

Diesem Zuchtziel blieb er aber nicht ganz treu. 1949 tauschte König Abdallah zwei spanische Hengste für sein eigenes Arabergestüt und das Militärgestüt Yeguada Militar bekam dafür zwei Stuten.

Jahre später wurde die Zucht aufgelöst und in alle Richtungen verstreut. Sein Sohn suchte fünf Jahre später bei Beduinen und Bauern diese Pferde wieder zusammen und erwarb aus dem Irak weitere arabische Pferde dazu.
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20 km östlich vom Stadtzentrum von Amman zwischen Orangenbäumen und Zedern versteckt, kümmert sich heute Mayor Faisal um eine ganze Armee bildschöner und reinrassiger Araberpferde.
Die militärische Führung ist seiner Meinung nach wichtig – “um die Disziplin zu wahren”, so sagt er. Diese ist bei der Reinerhaltung der edlen arabischen Rasse auch nötig.

Welche Blutlinien genau gekreuzt werden, entscheidet Prinzessin Alia Al Hussein Al Saleh, Halbschwester des amtierenden Regenten Abdullah, höchst persönlich.

Heute ist sie aber leider “busy” und “travelling”, kann also nicht mit uns zusammenarbeiten. Das holen wir dann Samstag nach.

Wir filmen also zunächst den normalen Alltag im Stall.
Die Stuten, Fohlen und Wallache stehen beinahe 24 Stunden auf der Weide oder auf dem Paddock, die Hengste immerhin austauschsweise für ca. sechs bis acht Stunden.
Morgens kommen die Stuten von der Weide, werden kurz bewegt, geputzt und gefüttert, danach wieder in den Auslauf entlassen.

Nach Meinung des Stalls macht das “draussen wohnen” die Tiere ausdauernder und resistenter gegen Krankheiten. Ausserdem sind Tiere, die draussen bleiben dürfen “more happy” und arbeiten viel besser mit.
Schön zu hören, das selbst diese sündhaft teuren Pferde artgerecht gehalten werden.

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Den Spaß sieht man den Tieren übrigens an. Mit intessiertem Blick und aufgestellten Ohren wird jeder Schritt von uns beobachtet. Stativ und Kamera sehen einfach zu interessant aus.
Es dauert aber nicht lange, dann wenden sich die jungen Raufbolde wieder dem Tagesgeschäft zu: Dem Raufen! ;-)

Dann bekommen wir noch etwas besonderes zu sehen: “Hlayyil Ramadan“, der Sieger-Hengst der Middle East Championships 2010 wird quasi auf “Hochglanz poliert” und für unsere Kamera präsentiert.
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Ein Bild von einem Hengst. Schneeweiß und bildschön, Kopf und Schweif stolz hoch erhoben steht er da und scheint die kleine Show zu genießen.

Nach weiten Aufnahmen vom Gelände beenden wir auch schon den ersten Drehtag auf dem Stallgelände und verabreden uns für den nächsten Tag – zum Training in der Nähe des Flughafens. Na das verspricht doch einiges.

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Kurz noch ein paar Stadtaufnahmen inklusive Moschee gemacht und Abends ein erster Rundgang durchs alte Stadtzentrum – dann geht’s auch schon wieder auf Horchposten.
Morgen ist früh aufstehen angesagt!

Vorher treffen wir uns jedoch noch im “neuen” Amman mit Mitgliedern von 962STREET, einer großen Hip Hop Bewegung in Jordanien, mit deren Crew wir eventuell noch einen zweiten Beitrag hier drehen wollen.
Kurz einen ersten Termin für Morgen geplant – und ab zurück ins Hotel.

Jordanien-Galerie:

Willkommen in Amman

Was ich in Schweden sträflich vernachlässigt und schlicht und einfach übers frösteln vergessen habe, hole ich hier fleißig nach! Versprochen!

Willkommen in Amman!

Diesmal hat es uns wieder in den Süden verschlagen. Weit weg vom kalten Wetter und -35°C freuen wir uns auf Dreharbeiten mit Araber-Pferden, Sonne und …Sand. Aber so groß ist der Temperaturunterschied zu Deutschland – zumindest in der ersten Nacht – nicht.  Gerade einmal acht Grad Celsius zeigt der Bordcomputer unseres Leihwagens bei Abfahrt vom Flughafen.

Irre ich mich, oder hat mich dieses technische Biest mit seiner giftgrünen Anzeige gerade angegrinst?? :-P

40km entfernt vom Airport beziehen wir ein Zimmer im Toledo Hotel – beinahe mitten im Stadtzentrum von Amman. Zur Straßenführung gibt’s später mal einen eigenen Artikel – das kann man nicht in (kurze) Worte fassen!

Wie gewohnt wird erstmal die Internet-Konnektivität gecheckt, dann die Minibar geplündert und DANN zu Abend gegessen.
Relativ früh geht’s dann auch schon ins Bett – die aus dem kalten Deutschland mitgebrachten Halsschmerzen und vier Stunden Flug von Frankfurt bis Amman machen müde ;-)

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Montag, 14.April 2011

Easy Day – Nachdem wir morgens den Royal Stables einen kurzen Besuch abstatten, machen wir uns auf den Weg Amman zu erkunden. Das erste was wir finden: Stau. Und davon reichlich.

Ähnlich wie im thailändischen Bangkok interessieren Straßenführungen und Markierungen GAR NICHT, Ampeln nur bedingt (solange keiner guckt!) und andere Kraftfahrzeuge wenig – also nur wenn sie “stärker” sind.

Trotzdem schaffen wir es rauf auf den Jabal Qala (Jabal = Hügel, Berg), einen der vielen Hügel von Amman, zur Zitadelle. Aus einer Höhe von 850 m erhält man einen der schönsten Ausblicke auf das römische Theater und die Stadt.

Amman

Die Zitadellen-Mauer ist relativ gut erhalten und ca. 1,7 km lang. Sie wurde von den Römern gebaut und später von den Umayaden zum Teil umgebaut oder sogar erneuert.

Amman, zu biblischen Zeiten als “Rabba” bekannt und nach zwischenzeitlichem Zerfall als “Philadelphia” (KEIN SCHERZ!) wieder erbaut, erlebte ihren Aufschwung in der hellenistischen – römischen Zeit (ca. 200-400 n. Chr.) und ist nicht nur auf Sand gebaut, sondern steht auf soliden Fundamenten. Die “modernen” Häuser sind auf alten römischen Bürgerhäusern und Pflasterstraßen gebaut. Zum Glück wurden nicht alle Zeugnisse römischer Baukunst überbaut. Bis vor 20 Jahren erhob sich die Stadt auf sieben Hügeln.

Sieben mal sieben wäre heute treffender.
Durch den libanesischen Bürgerkrieg erlebt die Stadt 1975 einen regelrechten “Bau Boom”. Geschäftsleute aus Beirut verlegten ihren Sitz nach Amman. Seit dem wächst und wächst und wächst die Stadt, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Die Skyline ist bestückt mit Baukränen, Gerüsten und Baustellen.

Nach dem Zitadellen-Besuch geht’s weiter zum römischen Theater.

Römisches Theater

Im 2. Jahrhundert unter griechisch-römischer Herrschaft gebaut, bot es Schauspiele und Tierkämpfe.

Das Theater ist in den Hang hinein gebaut, hat 44 steile Reihen (hab’ sie gezählt! :-P ), somit ca. 5.000 – 6.000 Plätze und eine erhöhte Bühne mit Holzboden.

Wegen der hervorragenden Akustik wird es auch heute noch für Vorführungen aller Art genutzt.

Nach weiterem Stau zieht es uns am ersten Tag gegen vier Uhr schon zurück ins Hotel. Natürlich nicht ohne einen Besuch beim saubersten Zahnarzt der Stadt:

…kleiner Scherz am Rande… :-P

Immerhin ist das Thermometer auf warme 20° C geklettert und die Sonne scheint angenehm ins Gesicht. Trotzdem – Stau nervt, also zurück.

Ausserdem müssen wir für die nächsten Tage noch einiges organisieren.

So endet der erste Tag mit einem leckeren Abendessen und weiterer Internetrecherche.

Hier ein erster Eindruck von Amman:

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Stäflich den Blog vernachlässigt…so was aber auch!!
Da bin ich schon längst wieder zuhause und habe gar nicht richtig mit dem Schweden Blog angefangen.

Das müssen wir ändern.
In aller Kürze: Wir sind zurück in Deutschland, haben die Kälte überlebt und schneiden fleißig an unserer Autotester-Reportage.
Am 05.März ist die NRW-Meisterschaft im Thaiboxen in Marl, wofür ich mich ebenfalls vorbereite.
Diesmal starten wir/ starte ich in der Gewichtsklasse drunter – das wird noch ein Spaß – aber es wird langsam.

Mehr zu allem demnächst hier… ehrlich! ;-)